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Insgesamt wurden 3 Projekte bearbeitet, die sich mit den Resultaten rehabilitationsbegleitender Diagnostik beschäftigen. Diese Erhebungen bezogen sich auf Langzeit-EKG, verschiedene Sonographien und
Echokardiographien bei Rehabilitationspatienten.
Projekt 1:
Rehabilitationsbegleitende Diagnostik – Sonographien und Langzeit-EKG
In diesem Projekt wurden die Ergebnisse verschiedener, nicht invasiver apparativer Untersuchungen analysiert, die bei 585 Rehabilitationspatienten durchgeführt wurden, welche klinische Symptome zeigten. Diese
untersuchten Patienten entstammten einem Gesamtkollektiv von 1670 Rehabilitationspatienten. Durchgeführt wurden Sonographien des Abdomens, der Schilddrüse, des Herzens und Gefäßsystems sowie Aufzeichnungen des
Langzeit-EKG.
Es zeigte sich, dass der zielgerichtete Einsatz solcher Untersuchungsmethoden unter den spezifischen Rahmenbedingungen einer stationären Rehabilitation verschiedene bedeutende Diagnosen erarbeiten ließ, die vor
Beginn der Rehabilitationsmaßnahme nicht bekannt waren. Auf diese Weise konnte der Nutzen einer stationären Rehabilitation wesentlich verbessert werden, indem relevante Erkrankungen in frühen Stadien nachgewiesen
werden konnten. Da solche apparativen Untersuchungen bei einer stationären Rehabilitationsmaßnahme kostenneutral, d. h. ohne Verursachung von Zusatzkosten, durchgeführt werden, können stationäre Rehabilitationen
auch unter diagnostischem Aspekt zu Kosteneinsparungen im Gesundheitswesen und zur langfristigen Gesunderhaltung der Bevölkerung maßgebliches beitragen.
Projekt 2:
Stellenwert von Ultraschalluntersuchungen in Früherkennung und Prävention – Resultate und diagnostischer Nutzen bei 3200 Rehabilitationspatienten
Bei einer Population von insgesamt 3200 stationären Rehabilitationspatienten war in 1103 Fällen eine sonographische Diagnostik des Abdomens, der Schilddrüse oder des Herzens erforderlich. Die Indikation zu diesen
Untersuchungen ergab sich jeweils aus der Erhebung der Anamnese und dem allgemein-körperlichen klinischen Untersuchungsbefund. Hieraus kann abgeleitet werden, dass etwa 1/3 aller Rehabilitationspatienten defizitär
voruntersucht zur Rehabilitation anreisen. In einem wesentlichen Anteil konnten durch diese apparativen Untersuchungen neue und bisher nicht bekannt gewesene Diagnosen erarbeitet werden. Somit können sonographische
Verfahren einen wesentlichen Beitrag zur Früherkennung und Krankheitsprävention leisten. Unter diesem Aspekt wäre sinnvoll, sonographische Screening-Methoden in etablierte Programme der Krebs-Früherkennung und
präventiven Gesundheitsdiagnostik zu integrieren.
Projekt 3:
Sonomorphologische Befunde bei kardiologischen Rehabilitationspatienten in der frühen postoperativen Erkrankungsphase – Unterschiede funktioneller Behandlungsergebnisse in Abhängigkeit von der durchgeführten
Primärtherapie
Bei diesem Projekt sollte erarbeitet werden, welche echokardiographischen Befundkonstellationen bei kardiologischen Rehabilitationspatienten in Abhängigkeit von der Art des kardialen Grundleidens und der jeweils
durchgeführten Primärtherapie bestehen. Weiterhin sollte der Stellenwert verschiedener möglicher Primärtherapien auf der Grundlage funktioneller echokardiographischer Befunde diskutiert werden.
In die Erhebung eingeschlossen wurden Rehabilitationspatienten mit frischem Herzinfarkt, Herzklappenersatz und aorto-koronarer Bypass-Op. Diese wurden jeweils echokardiographiert (B- und M-Mode,
Farbdoppler-Echokardiographie); zusätzlich wurden planimetrische Quantifizierungen des linken Ventrikels durchgeführt (Ermittlung von enddiastolischem und endsystolischem Volumen, Berechnung von Schlagvolumen und
Ejektionsfraktion). Bei diesen sonographisch gestützten Ventrikulographien wurden auch Ultraschall-Kontrastmittel als Signalverstärker eingesetzt (vgl. untenstehende Abbildung). Bei den jeweiligen
Patientenpopulationen wurden Unterschiede der funktionellen Parameter zu der Art der jeweiligen Erkrankung und den durchgeführten Primärbehandlungen in Beziehung gesetzt; die jeweiligen Ergebnisse wurden statistisch
auf Signifikanz getestet.
Patienten mit frisch abgelaufenem Vorderwandinfarkt hatten ausgeprägtere linksventrikuläre Fehlfunktionen als solche mit Hinterwandinfarkt. Wenn in der Akutphase der Herzinfarkte Katheterinterventionen (PTCA bzw.
Stent) oder aorto-koronare Bypass-Operationen durchgeführt wurden, ergab sich eine signifikant geringere linksventrikuläre Fehlfunktion als im Falle konservativer Behandlungen (Lysetherapie oder Heparin). Patienten
mit ausgeprägter koronarer Herzerkrankung unterschieden sich hinsichtlich ihrer funktionellen Parameter nicht von Patienten mit frisch abgelaufenem Vorderwandinfarkt. Insgesamt zeigten Patienten mit Herzinfarkten
und ausgeprägter koronarer Herzerkrankung schwerwiegendere linksventrikuläre Dilatationen und Funktionsstörungen als Patienten mit frischem Herzklappenersatz.
Hieraus kann abgeleitet werden, dass im Falle eines akuten Myokardinfarktes vorzugsweise invasive oder koronarchirurgische Maßnahmen in möglichst früher Erkrankungsphase durchgeführt werden sollten. Es kann weiterhin
abgeleitet werden, dass bei Patienten mit Vorderwandinfarkt oder schwerer koronarer Herzerkrankung die Rehabilitationsressourcen eingeschränkter sind als bei Patienten mit Hinterwandinfarkt und frisch durchgeführtem
Herzklappenersatz.
Wesentliche Teile dieser Studie wurden von Frau Sophia Berner als Doktorarbeit unter vor Ort-Betreuung des Verfassers erstellt und der Medizinischen Fakultät der Universität Münster zur Erlangung der Promotion
vorgelegt.
Planimetrie des linken Ventrikels nach der Simpson-Methode unter Verwendung von Ultraschall-Signalverstärkern (Optison), a: Zweikammerblick, endsystolisch, b: Zweikammerblick, enddiastolisch
c: Vierkammerblick, endsystolisch, d: Vierkammerblick, enddiastolisch
Publikationen:
Piper, J.: Kurbegleitende apparative Diagnostik, Teil I: Sonographische Verfahren Phys Rehab Kur Med 3, 144-147, Thieme, 1993
Piper, J.: Kurbegleitende apparative Diagnostik, Teil II: Langzeit-EKG Phys Rehab Kur Med 3, 178-180, Thieme, 1993
Piper, J.: Stellenwert sonographischer Diagnostik bei Früherkennung und Prävention - Einsatz und Effizienz bei einem Kollektiv von 3200 Rehabilitationspatienten Praev.-Rehab 6 / 2, 56-59, Dustri, 1994
Piper, J., Berner, S., Wichmann, A., Pera, F.: Sonomorphologische Befunde bei kardiologischen Rehabilitationspatienten in der frühen postakuten Erkrankungsphase -
Unterschiede funktioneller Behandlungsergebnisse in Abhängigkeit von der durchgeführten Primärtherapie Herz-Kreisl. 32 / 9, 272-279, Pflaum, 2000
Copyright: Joerg Piper, Bad Bertrich, Germany, 2010
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