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Effizienz der
Rehabilitation
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Rehabilitation
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Medizin
Publikationen
Lebenslauf
Universität
Oradea
U.N.E. Brüssel
Effizienz der Rehabilitation

Langfristige Verbesserung kardiovaskulärer Risikofaktoren durch stationäre Rehabilitation – Ergebnisse einer 3-jährigen Nachbeobachtung – Kalkulation des gesundheitsökonomischen Nutzens

Etwa 3 Jahre nach Entlassung aus einer stationären Rehabilitation bleiben bei Patienten mit kardiovaskulären Risikofaktoren die Durchschnittswerte des Blutdruckes um 20 mmHg systolisch und 10 mmHg diastolisch gesenkt. Der Anteil der manifest hypertonen Patienten kann langfristig um etwa 50% reduziert werden. Der Anteil von Patienten mit pathologischen Lipidwerten kann ebenfalls langfristig um etwa 50% verringert werden; hier ergibt sich beispielsweise eine Verringerung des Cholesterin-Spiegels um 14% bzw. 35 mg/dl, eine Reduktion des LDL-Cholesterins um 20% bzw. 40 mg/dl und eine Reduktion des Cholesterin-HDL-Quotienten um 18% bzw. 1,0. Eine langfristige Verbesserung pathologischer Gewichtsüberschreitungen ist in 95% der Fälle erreichbar, die durchschnittliche langfristige Gewichtsreduktion ist bei allen adipösen Rehabilitanden mit etwa – 3,4 kg anzusetzen. Der Anteil der adipösen Patienten ist langfristig um 22% reduzierbar; eine langfristige Gewichtsnormalisierung kann ebenfalls bei 22% der ursprünglich adipösen Patienten erreicht werden.

Ausgehend von diesen Resultaten und basierend auf veröffentlichen Interventionsstudien und diversen epidemiologischen und gesundheitsökonomischen Daten wurde der Versuch unternommen, eine Kosten-Nutzen-Analyse stationärer Rehabilitationen im Hinblick auf die etwa 80 Mio. umfassende Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland durchzuführen. Diese Kalkulationen beruhen u. a. auf den folgenden epidemiologischen und ökonomischen Eckdaten, die von verschiedenen Autoren ermittelt und publiziert wurden:

  • Durchschnittliche Kostenaufwendung für eine 3-wöchige stationäre Rehabilitation: EUR 1700 pro Patient
  • Durchschnittliche Kosten für kardiovaskuläre Folgekrankheiten (56% direkte und 54% indirekte Krankheitskosten) pro Jahr und Patient: EUR 3100
  • Jährliche Gesamtkosten kardiovaskulärer Erkrankungen (direkte und indirekte Kosten): EUR 15 Milliarden
  • Jährliche Gesamtaufwendungen für Medikamente bei kardiovaskulären Erkrankungen: EUR 5 Milliarden (30,7% aller verordneten Medikamente)
  • Jährliche Gesamtkosten für antihypertensive Medikamente: EUR 2,5 Milliarden (15,4% aller verordneten Medikamente)
  • Jährliche Gesamtkosten für kardiovaskulär veranlasste stationäre Krankenhausbehandlungen: EUR 9 Milliarden (18% aller stationären Kosten)
  • Jährliche Gesamtkosten für Adipositas-bedingte Behandlungen: EUR 250 Milliarden (6% aller Gesundheitsaufwendungen)
  • Krankenstand der KHK-Patienten in Deutschland: 2,5 Millionen
  • Krankenstand der Patienten mit cerebro-vaskulären Erkrankungen in Deutschland: 6,0 Millionen
  • Jährliche Fallzahl akuter Myokardinfarkte: 282.000
  • Jährliche Fallzahl akuter Schlaganfälle: 175.000
  • Anfall stationärer Krankenhausbehandlungen wegen kardiovaskulärer Erkrankungen pro Jahr: 2,4 Millionen (16% aller Krankenhausbehandlungen)

Für die Durchführung von Kosten-Nutzen-Analysen wurden weiterhin die veröffentlichen Ergebnisse verschiedener Interventionsstudien herangezogen, die sich mit den langfristig erreichbaren Verringerungen kardiovaskulärer Risiken und den hiermit einhergehenden Verringerungen kardiovaskulärer Folgekomplikationen befassen. Unter Berücksichtigung dieser Datenlage können langfristige Inzidenz-Verringerungen kardiovaskulärer Folgekrankheiten im Hinblick auf eine präventivmedizinisch ausgerichtete 3-wöchige Rehabilitationsbehandlung wie folgt abgeschätzt werden:

  • Für alle Patienten mit Hypertonie: Etwa minus 35% (minus 32% für Herzinfarkte, minus 36% für Schlaganfälle)
  • Für alle Patienten mit Fettstoffwechselstörungen: Etwa minus 17%
  • Für alle Patienten mit Adipositas: Etwa minus 11%
  • Für alle Rehabilitationspatienten: Durchschnittlich etwa minus 21%.

Eine 3-wöchige Rehabilitationsbehandlung wird gemäß durchgeführter Berechnungen amortisiert sein, wenn die Inzidenz kardiovaskulärer Folgekomplikationen langfristig um 18% reduziert wird. Tatsächlich wird die Inzidenz dieser Komplikationen im Falle rehabilitierter Hypertoniker um 35% reduziert, im Falle rehabilitierter Patienten mit Fettstoffwechselstörung um 17% und im Falle rehabilitierter adipöser Patienten um 11%. Wesentlich erscheint, dass die über alle Patienten gemittelte durchschnittliche Inzidenzverringerung kardiovaskulärer Komplikationen bei 21% liegt, somit die vorerwähnte Amortisationsgrenze von 18% überschreitet.

Weitergehende Amortisationen können auch entstehen, wenn sich der Manifestationszeitpunkt kardiovaskulärer Komplikationen durch ein erfolgreiches Risikomanagement in spätere Lebensalter verschiebt. Unter diesem Aspekt wird eine stationäre Rehabilitationsmaßnahme dann amortisiert sein, wenn die Manifestation kardiovaskulärer Folgekomplikationen bei Patienten mit Hypertonie um etwa ½ Jahr hinausgezögert wird. Für Patienten mit Fettstoffwechselstörung ergibt sich hier eine erforderliche Manifestationsverzögerung um 1,2 Jahre und für adipöse Patienten um 2,5 Jahre. Darüber hinaus können im Falle adipöser Patienten weitere Kosteneinsparungen erwartet werden, da eine langfristig erfolgreiche Einflussnahme auf überhöhtes Körpergewicht auch positive Effekte auf sonstige nicht kardiovaskuläre Folgekomplikationen der Adipositas hat (z. B. verschiedene Tumorleiden, Arthrosen und Bandscheibenalterationen).
 

Publikation:

Piper, J.: Langfristige Besserung kardiovaskulärer Risikofaktoren durch stationäre Rehabilitation - Ergebnisse einer dreijährigen Nachbeobachtung, Kalkulation des gesundheitsökonomisch-volkswirtschaftlichen Benefits
Praev.-Rehab., 12 / 1, 31-44, Dustri, 2000
 

Copyright: Joerg Piper, Bad Bertrich, Germany, 2010

 

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