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Kapillaroskopie ist eine etablierte Untersuchungsmethode in der Angiologie, Dermatologie und Rheumatologie. Verschiedene Krankheiten können anhand morphologischer oder funktioneller Veränderungen der Kapillaren
bereits in frühren Stadien ihrer Entstehung mittels Kapillaroskopie diagnostiziert werden.
Im Jahr 1982 hatte ich mit der Firma Ernst Leitz und der Abteilung für Angiologie der Medizinischen Poliklinik der Universität Bonn (Leiter: Prof. Dr. med. Gustav Trübestein) zusammengearbeitet, um einen Laborplatz
für Kapillaroskopie zu entwickeln, der auf üblichen technischen Komponenten eines Lichtmikroskopes basieren sollte. Zu diesem Zweck wurden spezielle Objektive mit langem Arbeitsabstand und modifizierte Objektive für
Auflicht-Beleuchtung bzw. Auflicht-Fluoreszenz getestet. Ein weiteres spezielles Augenmerk wurde auf eine geeignete technische Auslegung des Beleuchtungsapparates gelegt.
Im Jahre 1997 wurden die damaligen Aktivitäten aufgegriffen, indem eine einfach einsetzbare Methode der Kapillarmikroskopie entwickelt wurde, deren Realisation auf fotographischen Lupenobjektiven mit integrierter
Irisblende beruhte. Zu diesem Zweck wurden Leica Photar-Objektive an einem Labor-Mikroskop adaptiert. Die lokale Tiefenschärfe und der Bildkontrast konnten durch angemessenes Schließen der Irisblende des
Photar-Objektivs durchgreifend verbessert werden.
Diese Methode erwies sich als gut geeignet für Life-Untersuchungen und Fotodokumentationen der Nagelfalz-Kapillaren, obgleich der Nagelfalz konvex gewölbt ist und dessen Kapillaren in verschiedenen Ebenen verlaufen.
In dieser Situation konnte sowohl die visuelle Mikroskopie als auch die Fotodokumentation durch ein adäquates Schließen der Aperturblende wesentlich verbessert werden, vor allem auf Grund einer gesteigerten
Tiefenschärfe.
Verschiedene Modifikationen einer Auflicht-Beleuchtung konnten mittels Schwanenhals-Lichtleitern erreicht werden, die sowohl mit Kaltlicht als auch mit Blitzlicht verwendbar waren (Novoflex Macrolight Plus). Durch
Elektronenblitzbelichtung konnten jegliche Unschärfen infolge von Bewegungen oder Verwacklungen wirksam verhindert werden.

Normal capillaries of the nail fold, epi-illumination, Leica Photar 1:2,4 / 12,5 mm, working distance: 8mm, Novoflex Macrolight Plus, TTL flash
Publikationen:
Piper, J.: Klinischer Einsatz fotografischer Lupenobjektive in der Kapillaroskopie - eine attraktive Alternative für Diagnostik und Fotodokumentation Vasomed 9, 194-197, 1997
Copyright: Joerg Piper, Bad Bertrich, Germany, 2010
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