Aeskulap-Stab
Einleitung
Luminanz-Kontrast
Relief-
Phasenkontrast
Abgeblendeter 
Phasenkontrast
Abgeblendetes 
Dunkelfeld
Digitaler
Phasenkontrast
Mikrofotografie
und Analyse
Zytometrie im
Reflexionskontrast
Kapillaroskopie
Video-Endoskopie
Kardiovaskuläre
Risikokalkulation
Verhaltensbezogenes 
Risiko-Management
Effizienz der
Rehabilitation
Diagnostik in der
Rehabilitation
Komplementäre
Medizin
Publikationen
Lebenslauf
Universität
Oradea
U.N.E. Brüssel
Video-Endoskopie

In den Neunziger Jahren vollzogen sich wesentliche technische Fortschritte der gastrointestinalen Video-Endoskopie, so dass die Vorteile und potenziellen Nachteile dieser neuen Technik im Vergleich zur herkömmlichen fiberoptischen Endoskopie kontrovers diskutiert wurden. Angesichts dieses Spannungsfeldes wurden verschiedene in Betracht kommende Vorteile der digitalen Video-Endoskopie in technischer und praktischer Hinsicht systematisch evaluiert und in einem Artikel des “Deutschen Ärzteblattes” veröffentlicht; dieser Beitrag war speziell auf die Oesophagogastroduodenoskopie und Coloskopie zentriert.

Im einzelnen wurden mehrere Aspekte herausgearbeitet:

Es zeigte sich, dass die Flexibilität von Video-Endoskopen in den meisten Fällen höher war als bei Vergleichsziehung zu entsprechend dimensionierten fiberoptischen Instrumenten. Die digitalen Video-Endoskope erlaubten meist eine stärkere Abwinkelbarkeit ihrer Spitze bei kleinerem minimalem Krümmungsradius.

Der Schaft der Video-Endoskope, welcher anstelle von lichtleitenden Fasern lediglich stromleitendende Kabel enthielt, erwies sich als wesentlich robuster als der lichtfaserhaltige Schaft eines herkömmlichen fiberoptischen Gerätes. Insbesondere bei der Gastroskopie zeigte sich, dass digitale Video-Gastroskope mehrheitlich auch bei stärkerem Zubeißen des untersuchten Patienten keinen Schaden erlitten, wohin gegen eine solche Panne bei der Verwendung von fiberoptischen Geräten nicht selten zu Faserbrüchen führte. Es ergab sich aus der jeweiligen Technik, dass punktförmige Artefakte, wie sie bei Faserbrüchen auch bei störungsfreien Gebrauch mit zunehmender Einsatzzeit bei einem fiberoptischen Gerät entstehen, bei einem Video-Endoskop a priori ausgeschlossen sind.

Unter physikalischem Aspekt war hervorzuheben, dass die Auflösung eines videoendoskopischen Digitalbildes einem korrespondierenden fiberoptischen Bild überlegen war; 30 – 40.000 lichtleitenden Fasern standen etwa 500.000 Pixel gegenüber.

Speziell in der Nahfeld-Endoskopie waren videoendoskopische Bilder herkömmlichen fiberoptischen Ansichten hinsichtlich Schärfe und Auflösung deutlich überlegen.

Die Farbe untersuchter Strukturen wird bei der fiberoptischen Endoskopie durch die Farbtemperatur und auch das Alter der verwendeten Lichtquelle beeinflusst. In der digitalen Video-Endoskopie kann im Unterschied hierzu die Farbgebung bei Bedarf durch Abstimmung auf Farbprüfkarten objektiv justiert und somit optimiert und standardisiert werden. Hieraus kann eine verbesserte Farbauflösung und Farbreinheit resultieren.

Digitale endoskopische Fotos können im Unterschied zu analogen Aufnahmen direkt nach ihrer Erstellung beurteilt, ausgedruckt und bei Bedarf weitergereicht werden.

Unter ergonomischen und hygienischen Aspekten bieten Video-Endoskope handfeste Vorteile. So kann der Untersucher ein großformatiges, hoch aufgelöstes, flimmerfreies Monitorbild mit beiden Augen entspannter betrachten als beim monokularen Blick durch das Okular eines Fiber-Endoskopes. Auch ermöglicht die digitale Video-Endoskopie hinsichtlich der Körperposition des Untersuchers ein wesentlich höheres Maß an Freiheitsgraden, so dass insgesamt ein wesentlich entspannterer und wirbelsäulenschonenderer Arbeitsablauf resultiert. Auch ermöglicht die Video-Endoskopie eine höhere Distanz des Untersuchers zur jeweiligen Körperöffnung, in welche das Endoskop einzuführen ist. Dies kann speziell bei der Untersuchung potentiell infektiöser Patienten unter hygienischem Aspekt von Vorteil sein.

Eine qualitativ hochwertige Monitor-Übertragung, wie sie durch Video-Endoskope ermöglicht wird, ist auch unter didaktischen Aspekten vorteilhaft, da auch Mitarbeiter in der Weiterbildung zeitgleich mit dem Untersucher ein identisches, qualitativ hochwertiges Bild betrachten können. Ein solches Monitoring verbessert auch die Abstimmung des Untersuchers mit assistierendem Hilfspersonal, da auch dieses Assistenzpersonal in jeder Phase der Untersuchung stet die konkreten Abläufe vor Augen hat.

Unter all diesen Aspekten sollte zumindest im Falle einer geplanten Neuanschaffung einer digitalen Video-Endoskopie der Vorzug gegeben werden.
 

Life-Bilder einer digitalen Video-Gastroskopie (Larynx, Magenfundus, Anteile des Duodenums),
Routine-Ausdruck im Vierer-Split (Scan eines digitalen Video-Prints)
 

Life-Bild einer digitalen Video-Coloskopie (Coecalpol)
 

Hochauflösende Life-Dokumentation einer digitalen Video-Laryngoskopie,
durchgeführt mit einem hochauflösenden digitalen Video-Gastroskop
 

Publication:

Piper, J.: Videotechnik in der gastrointestinalen Endoskopie
Deutsches Aerzteblatt 95 / 23 B, 1192, Deutscher Aerzteverlag, 1998

Copyright: Joerg Piper, Bad Bertrich, Germany, 2010

 

[Einleitung]
[Luminanz-Kontrast]
[Relief-Phasenkontrast]
[Abgeblendeter Phasenkontrast]
[Abgeblendetes Dunkelfeld]
[Digitaler Phasenkontrast]
[Digitale Mikrofotografie und Analyse]
[Zytometrie im Reflexionskontrast]
[Kapillaroskopie]
[Video-Endoskopie]
[Mathematische Kalkulation kardiovaskulärer Risiken]
[Verhaltensbezogenes Risiko-Management]
[Effizienz der Rehabilitation]
[Diagnostik in der Rehabilitation]
[Komplementäre Medizin]
[Publikationen]
[Lebenslauf]
[Universität Oradea]
[U.N.E. Brüssel]